Trockenschrank oder Sterilisator – Unterschiede & Einsatzbereiche
Trotzdem erfüllen sie unterschiedliche Aufgaben, und die Verwechslung der beiden kann zu unbefriedigenden Ergebnissen oder sogar zu Qualitätsproblemen führen.
Dieser Artikel erklärt, was ein Trockenschrank und was ein Laborsterilisator leistet, wann welches Gerät eingesetzt werden sollte – und welche Produkte von POL-EKO für welche Anwendung geeignet sind. Das vollständige Sortiment finden Sie auf www.vertrieb-labor.de.
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Was ist ein Trockenschrank?
Ein Trockenschrank (auch: Wärmeschrank, Trockenofen) ist ein Laborgerät, das Materialien durch Wärme trocknet oder wärmebehandelt. Er arbeitet typischerweise im Temperaturbereich von +50 °C bis +300 °C, mit Umluftgebläse für gleichmäßige Wärmeverteilung.
Typische Anwendungen:
- Trocknen von Glasgeräten, Kunststoff und Laborutensilien nach der Reinigung
- Trocknen von Schüttgütern, Pulvern und Feststoffen
- Wärmebehandlung von Materialproben (Kunststoff, Metall, Beschichtungen)
- Alterungstests bei erhöhten Temperaturen
- Ausglühen und Konditionieren
Ein Trockenschrank ist nicht darauf ausgelegt, eine definierte Sterilisation zu erreichen. Er trocknet und wärmt – er sterilisiert nicht zuverlässig im mikrobiologischen Sinne, es sei denn, die Bedingungen (Temperatur + Haltezeit) entsprechen den Anforderungen der Heißluftsterilisation.
Was ist ein Laborsterilisator?
Ein Laborsterilisator (auch: Heißluftsterilisator) ist ein Gerät, das Materialien durch trockene Heißluft sicher und reproduzierbar sterilisiert. Sterilisation bedeutet: die vollständige Abtötung aller Mikroorganismen einschließlich Sporen.
Für die Heißluftsterilisation gelten definierte Zeit-Temperatur-Kombinationen:
- 160 °C für 120 Minuten
- 170 °C für 60 Minuten
- 180 °C für 30 Minuten
- 250 °C für 30 Minuten (für Depyrogenisierung)
Ein Laborsterilisator ist so konzipiert, dass er diese Bedingungen reproduzierbar einhält und dokumentiert. Er verfügt über präzise Temperaturregelung, Temperaturprotokollierung und oft über eine zeitgesteuerte Haltepha.
Typische Anwendungen:
- Sterilisation von Glasgeräten (Kolben, Pipetten, Petrischalen)
- Sterilisation von Metallwerkzeug und Instrumenten
- Sterilisation von Pulvern, Ölen und anderen hitzebeständigen Substanzen
- Depyrogenisierung (Entfernung von Pyrogenenen/Endotoxinen) bei 250 °C
Der entscheidende Unterschied: Sterilisation vs. Trocknung
Wann reicht ein Trockenschrank?
Ein Trockenschrank ist ausreichend, wenn:
- Materialien getrocknet werden sollen (kein Sterilisationsanspruch)
- Wärmebehandlungen bei definierten Temperaturen durchgeführt werden
- Alterungstests und Klimasimulationen ohne Feuchte stattfinden
- Keine regulatorischen Anforderungen an Sterilisation bestehen
Wann ist ein Laborsterilisator notwendig?
Ein Laborsterilisator ist notwendig, wenn:
- Eine nachweisbare Abtötung von Mikroorganismen und Sporen gefordert ist
- Laborgeräte für sterile Anwendungen vorbereitet werden müssen
- Sterilisationszyklen dokumentiert und validiert werden müssen (GLP/GMP)
- Depyrogenisierung erforderlich ist
POL-EKO Trockenschränke – Serie SL SMART PRO
Die Trockenschränke der Serie SL von POL-EKO sind für universelle Wärmebehandlungsaufgaben im Labor und in der Industrie entwickelt.
Technische Daten:
- Temperaturbereich: +50 °C bis +300 °C
- Regelgenauigkeit: ±1 °C
- Umluftgebläse für gleichmäßige Wärmeverteilung
- Volumina: 32 bis 1.000 Liter
- Digitale Steuerung mit Zeitprogramm
- Optionaler Datenlogger
Sonderserie SLWN – Trockenschrank mit Stickstoffbegasung:
Für Anwendungen, bei denen Sauerstoff ausgeschlossen werden muss (oxidationsempfindliche Materialien). Der Innenraum wird mit Stickstoff gespült, der Sauerstoffgehalt auf unter 1 % reduziert.
POL-EKO Laborsterilisatoren – Serie SR
Die Laborsterilisatoren der Serie SR von POL-EKO sind für die zuverlässige Heißluftsterilisation in Labor und Industrie entwickelt.
Technische Daten:
- Temperaturbereich: +50 °C bis +250 °C
- Präzise Temperaturregelung ±1 °C
- Zeitgesteuerter Sterilisationszyklus
- Alarmfunktion bei Temperaturabweichung
- Optionaler Datenlogger für GLP-konforme Dokumentation
- Kalibrierzertifikat auf Anfrage
- Volumina: 30 bis 750 Liter
Sondermodell SRWP – Durchreiche-Sterilisator:
Für den Einsatz an der Grenze zwischen unkritischen und kritischen Bereichen (z.B. Reinraum). Zwei separate Türen mit Verriegelungssystem verhindern, dass beide Seiten gleichzeitig geöffnet werden.
Kann ein Trockenschrank als Sterilisator eingesetzt werden?
Technisch ist das möglich, wenn die erforderlichen Zeit-Temperatur-Kombinationen eingehalten und dokumentiert werden. Allerdings gibt es zwei Einschränkungen:
1. Validierbarkeit: Laborsterilisatoren sind für validierte Sterilisationsprozesse ausgelegt und verfügen über die notwendige Dokumentation. Trockenschränke sind das in der Regel nicht.
2. Regulatorische Anforderungen: In GMP-regulierten Umgebungen (Pharmaproduktion, Medizintechnik) muss der eingesetzte Sterilisator qualifiziert sein. Ein Trockenschrank erfüllt diese Anforderungen nicht ohne weiteres.
Empfehlung: Für den professionellen Laboreinsatz mit Sterilisationsanspruch immer einen dedizierten Laborsterilisator einsetzen.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen Autoklav und Laborsterilisator?
Ein Autoklav sterilisiert mit Dampf unter Druck (Feuchtsterilisation). Ein Laborsterilisator sterilisiert mit trockener Heißluft. Autoklaven sind für hitze- und feuchtebeständige Materialien geeignet, Heißluftsterilisatoren für feuchtigkeitsempfindliche Substanzen (Pulver, Öle) und Materialien, die Dampf nicht vertragen.
Welche Materialien können im Laborsterilisator sterilisiert werden?
Glasgeräte, Metallwerkzeuge, hitzebeständige Keramiken, Pulver und Öle. Nicht geeignet: Kunststoffe (die meisten schmelzen), Gummi, elektronische Bauteile, feuchtigkeitsempfindliche Substanzen.
Wie lange dauert ein Sterilisationszyklus?
Je nach Temperatur: bei 160 °C ca. 120 Minuten, bei 180 °C ca. 30 Minuten. Dazu kommen Aufheiz- und Abkühlzeit.
Muss ein Laborsterilisator kalibriert werden?
In regulierten Umgebungen ja – mindestens jährlich. Das Kalibrierzertifikat ist Teil der Validierungsunterlagen.
Was bedeutet Depyrogenisierung?
Die Entfernung von Pyrogenen (Endotoxine, Bakterienbestandteile) aus Glasgeräten durch Erhitzen auf 250 °C für mindestens 30 Minuten. Notwendig z.B. für Behältnisse, die mit injizierbaren Arzneimitteln in Kontakt kommen.
Fazit
Trockenschrank und Laborsterilisator sind unterschiedliche Geräte für unterschiedliche Aufgaben. Wer trocknen und wärmebehandeln möchte, braucht einen Trockenschrank. Wer sterilisieren und das nachweisen muss, braucht einen Laborsterilisator.
POL-EKO bietet beide Gerätetypen in einem breiten Volumensbereich – geliefert und beraten durch RS-Simulatoren für den deutschen Markt.
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