Klimaschrank für Stabilitätstests – ICH Q1A & Q1B konform

Stabilitätstests sind in der pharmazeutischen Entwicklung, der Kosmetikindustrie und der Lebensmittelanalytik unverzichtbar. Sie liefern den Nachweis, dass ein Produkt unter definierten Lager- und Umgebungsbedingungen stabil bleibt – und bilden damit die Grundlage für Zulassungen, Haltbarkeitsangaben und Qualitätssicherung.

Die entscheidende technische Voraussetzung: ein Klimaschrank, der die geforderten Bedingungen präzise, dauerhaft und dokumentierbar einhält. Dieser Artikel erklärt, welche Anforderungen die ICH-Richtlinien an Klimakammern stellen und wie Sie das richtige Modell für Ihre Anwendung auswählen.

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Stabilitätstestkammer KKS ICH 750

Was sind Stabilitätstests – und warum sind sie Pflicht?

Stabilitätstests prüfen, wie sich ein Produkt unter kontrollierten Temperatur- und Feuchtebedingungen über einen definierten Zeitraum verhält. Ziel ist es, Degradationsreaktionen, chemische Veränderungen und physikalische Instabilitäten zu erkennen und zu dokumentieren.

In der Pharmaindustrie sind Stabilitätstests für die Zulassung neuer Wirkstoffe und Arzneimittel international vorgeschrieben. Die relevanten Richtlinien stammen von der **ICH – International Council for Harmonisation of Technical Requirements for Pharmaceuticals for Human Use**.

Die wichtigsten Dokumente:

ICH Q1A (R2): Stabilitätstests für neue Arzneistoffe und Arzneimittel – definiert Langzeit-, Intermediate- und Beschleunigungsbedingungen.

ICH Q1B: Photostabilitätstests – definiert Belichtungsanforderungen für lichtempfindliche Produkte (sichtbares Licht und UV-Strahlung).

Auch außerhalb der Pharmabranche gewinnen Stabilitätstests an Bedeutung: in der Kosmetik, der Lebensmittelindustrie, der Medizintechnik und der chemischen Industrie.

Klimabedingungen nach ICH Q1A – eine Übersicht

ICH Q1A definiert vier Prüfbedingungen, die je nach Zielmarkt und Produktkategorie eingehalten werden müssen.

Für Produkte, die in tropischen Klimazonen vertrieben werden (Zone III/IV), gelten abweichende oder strengere Bedingungen.

Ein Klimaschrank für Stabilitätstests muss alle diese Bedingungen zuverlässig einhalten – über Wochen und Monate, ohne Drift und ohne manuelle Eingriffe.

Technische Anforderungen an einen Stabilitätsklimakammer

1. Temperaturgenauigkeit und -homogenität

Die ICH Q1A fordert Temperaturgenauigkeit von ±2 °C. Moderne Stabilitätstestkammern erreichen ±0,5 °C – damit ist ausreichend Spielraum vorhanden, auch wenn Türöffnungen oder Beladungsänderungen kurze Abweichungen verursachen.

Wichtiger als die Regelgenauigkeit des Sensors ist die **Temperaturhomogenität im Innenraum**: Jede Position im Schrank – oben, unten, vorne, hinten – muss innerhalb der Toleranz liegen. Erreicht wird das durch optimierte Luftführung und gleichmäßige Wärmeverteilung.

2. Feuchteregulierung und -genauigkeit

Die Feuchteregulierung ist anspruchsvoller als die Temperaturregelung. Feuchte reagiert empfindlicher auf Störgrößen – Türöffnungen, Probenmasse, Kondensation an kalten Flächen.

Qualitativ hochwertige Stabilitätstestkammern regeln die Feuchte auf ±3 % rH, was deutlich unter der ICH-Toleranz von ±5 % liegt. Voraussetzung ist ein **aktives Befeuchtungssystem** (Dampfbefeuchter), das schnell reagiert und kondensationsarm arbeitet.

3. Peltiertechnik vs. Kompressorkühlung

Zwei Kühlprinzipien kommen in Stabilitätstestkammern zum Einsatz:

Kompressorkühlung: Hohe Kühlleistung, geeignet für große Volumina und tiefe Temperaturen. Nachteil: mechanischer Verschleiß, Vibrationen, höherer Wartungsaufwand.

Peltiertechnik: Kompressorlos, keine rotierenden Teile, vibrationsarm, wartungsarm. Ideal für Stabilitätstests, bei denen Langzeitstabilität und geringer Serviceaufwand entscheidend sind. Nachteil: bei großen Volumina oder sehr tiefen Temperaturen begrenzte Kühlleistung.

Die POL-EKO Stabilitätstestkammern der Serie KKS-ICH nutzen ein ausgereiftes Kühl- und Heizsystem mit Peltiertechnik kombiniert mit aktivem Dampfbefeuchter – optimiert für die Anforderungen der ICH Q1A und Q1B.

4. Datenaufzeichnung und GLP-konforme Dokumentation

In regulierten Laborumgebungen ist die lückenlose Dokumentation aller Prüfbedingungen Pflicht. Ein Klimaschrank für Stabilitätstests muss daher mindestens folgendes ermöglichen:

  • Kontinuierliche Aufzeichnung von Temperatur und Feuchte mit Zeitstempel
  • Alarm bei Grenzwertüberschreitung (akustisch und visuell)
  • Export der Daten (USB, RS-232 oder Netzwerk)
  • Manipulationssichere Speicherung (für FDA 21 CFR Part 11 relevante Anwendungen)

Die POL-EKO Stabilitätstestkammern sind kompatibel mit der LabDesk CFR-Software, die die Anforderungen von FDA 21 CFR Part 11 erfüllt – relevant für alle Labore, die für den US-Markt zulassen oder mit US-Behörden zusammenarbeiten.

5. Innenraumvolumen und Beladbarkeit

Die benötigte Kapazität hängt von der Anzahl der gleichzeitig geprüften Chargen und der Probengröße ab. Für erste Stabilitätsstudien in der Entwicklungsphase reichen kleine Kammern (ab 240 Liter Nutzvolumen). Für routinemäßige Produktionstests oder mehrere parallele Studien sind größere Einheiten (700+ Liter) sinnvoll.

Wichtig: Das **Nutzvolumen** (beladbare Fläche) ist kleiner als das Nominalvolumen des Geräts. Achten Sie auf die tatsächliche Regalfläche und die Tragfähigkeit je Einschub.

Photostabilitätstests nach ICH Q1B

Lichtempfindliche Arzneistoffe und Produkte müssen zusätzlich nach ICH Q1B geprüft werden. Diese Richtlinie definiert die Belichtungsintensität:

  • Sichtbares Licht: mindestens 1,2 Millionen Lux-Stunden
  • UV-Strahlung: mindestens 200 Wh/m²

Standardklimaschränke ohne Beleuchtung sind für Photostabilitätstests nicht geeignet. Notwendig sind spezialisierte **Stabilitätstestkammern mit integriertem VIS- und UV-Beleuchtungssystem**.

Die POL-EKO KKS-ICH Stabilitätstestkammern sind speziell für Photostabilitätstests nach ICH Q1B ausgelegt:

  • Zwei unabhängige Beleuchtungssysteme: sichtbares Licht (VIS) und UV-Strahlung (UVA)
  • Hochwertige Leuchtmittel von Osram und Philips
  • Farbwiedergabeindex CRI > 90 bei 6500 K – nahezu natürliches Tageslicht
  • Vollständiger ICH Q1B Test in maximal 29 Stunden möglich
  • Gleichmäßige Beleuchtung über die gesamte Regalfläche

Das spart gegenüber herkömmlichen Systemen erheblich Zeit und Energie bei gleichzeitig höchster Prüfqualität.

Stabilitätstestkammern von POL-EKO – verfügbare Modelle

RS-Simulatoren vertreibt die Stabilitätstestkammern von POL-EKO als offizieller Distributor für den deutschen Markt.

KKS ICH 240

- Nutzvolumen Kammer: 315 Liter
- Temperaturbereich: +10 °C bis +50 °C
- Feuchtebereich: 40 % bis 90 % rH
- Integriertes VIS- und UV-Beleuchtungssystem
- SMART PRO Controller mit Farbdisplay
- Kompatibel mit LabDesk CFR-Software

Geeignet für: kleine bis mittlere Stabilitätsstudien, Entwicklungslabore, erste Zulassungsstudien.

KKS ICH 750

- Nutzvolumen Kammer: 923 Liter
- Temperaturbereich: +10 °C bis +50 °C
- Feuchtebereich: 40 % bis 90 % rH
- Großflächiges VIS- und UV-Beleuchtungssystem
- SMART PRO Controller mit Farbdisplay
- Kompatibel mit LabDesk CFR-Software

Geeignet für: Routinestudien mit vielen Chargen, Auftragsforschung, Produktionslabore.

Auswahlkriterien auf einen Blick

Vor der Kaufentscheidung sollten folgende Fragen beantwortet sein:

Welche ICH-Bedingungen werden benötigt?
Langzeit (25/60), Intermediate (30/65) oder Beschleunigt (40/75)? Alle drei in einem Gerät oder aufgeteilt auf mehrere?

Wird Photostabilitätsprüfung benötigt?
Falls ja: Kammer mit integriertem VIS/UV-Beleuchtungssystem erforderlich.

Welches Volumen wird benötigt?
Anzahl Chargen × durchschnittliche Probengröße = Mindestregalfläche.

Welche Dokumentationsanforderungen bestehen?
GLP, GMP, FDA 21 CFR Part 11 – je nach regulatorischem Umfeld unterschiedliche Anforderungen an die Software.

Wartung und Service:
Wer ist Ansprechpartner bei technischen Fragen? Sind Ersatzteile verfügbar?

FAQ: Häufige Fragen zu Klimaschränken für Stabilitätstests

Was ist der Unterschied zwischen einem Klimaschrank und einer Stabilitätstestkammer?
Ein Klimaschrank regelt Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Eine Stabilitätstestkammer ist ein spezialisierter Klimaschrank, der zusätzlich auf die ICH-Anforderungen ausgelegt ist – mit präziser Regelung, GLP-konformer Dokumentation und optional integrierter Beleuchtung für Photostabilitätstests.

Kann ich einen Standard-Klimaschrank für ICH-Stabilitätstests verwenden?
Grundsätzlich ja, wenn er die geforderten Toleranzen (±2 °C, ±5 % rH) einhalten kann und die Daten GLP-konform aufgezeichnet werden. Für Photostabilitätstests nach ICH Q1B ist jedoch ein Gerät mit integriertem Beleuchtungssystem erforderlich.

Wie oft muss ein Stabilitätsklimakammer qualifiziert werden?
Die Qualifizierung (IQ, OQ, PQ) erfolgt bei Inbetriebnahme. Danach sind regelmäßige Kalibrierungen der Temperatur- und Feuchtesensoren notwendig – je nach regulatorischen Anforderungen jährlich oder häufiger.

Was ist FDA 21 CFR Part 11 und warum ist das relevant?
FDA 21 CFR Part 11 regelt die Anforderungen an elektronische Aufzeichnungen und Signaturen in regulierten Umgebungen. Relevant für Labore, die für den US-amerikanischen Markt arbeiten oder mit der FDA zusammenarbeiten. Die LabDesk CFR-Software von POL-EKO erfüllt diese Anforderungen.

Wie groß sollte die Stabilitätskammer sein?
Als Faustregel: Mindestens 20–30 % Puffer zur tatsächlichen Probenmenge einplanen, da Proben nicht direkt an Wänden oder Belüftungsöffnungen platziert werden sollten. Für wachsende Studienvolumina lieber ein Gerät mit Reserve wählen.

Wie lange hält eine Stabilitätstestkammer?
Bei regelmäßiger Wartung und Kalibrierung sind Betriebszeiten von 10–15 Jahren realistisch. Peltiertechnik hat dabei konstruktionsbedingt weniger Verschleißteile als Kompressorsysteme.

Fazit

Ein Klimaschrank für Stabilitätstests ist eine langfristige Investition in die Qualitätssicherung. Die Entscheidung sollte nicht allein nach dem Preis getroffen werden – technische Präzision, Dokumentationsfähigkeit und Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb sind die entscheidenden Kriterien.

Die Stabilitätstestkammern der Serie KKS-ICH von POL-EKO erfüllen die Anforderungen der ICH Q1A und Q1B, sind für GLP-konforme Dokumentation ausgestattet und werden von RS-Simulatoren für den deutschen Markt geliefert und beraten.

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von am verfasst